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Aktuelles

Verfolgen Sie mit unseren Videos den Baufortschritt am neuen Museum: Regelmäßige besuchen wir die Baustelle und zeigen Ihnen, wie sich das Museum entwickelt.

Alle Videos finden Sie hier auf dem You Tube Kanal der Stadtverwaltung.

Sanierung mit schwerem Gerät

Vom Erdgeschoss bis zum Dach läuft die Sanierung des Heimatmuseums auf vollen Touren. Das historische Eckgebäude am Obermarkt ist seit Beginn der Bauarbeiten eingerüstet. Bis Ende 2021, wenn die Arbeiten am Gebäude abgeschlossen sein sollen, wird dies so bleiben.

Bevor die Arbeiter mit schwerem Gerät ins 800 Quadratmeter große Gebäude konnten, mussten die Ausstellungsstücke umgezogen werden: Von der historischen Flößerfahne über den hölzernen Getreidescheffel bis zum Kinderbierkrug wurden im Herbst letzten Jahres gut 2000 Exponate katalogisiert und in Kisten verstaut. Umziehen musste auch die Gliederpuppe des seligen Nantovinus, die in ihrem barocken Schaukasten im ersten Stock ausgestellt war. Besonders schwere Exponate, wie ein großer Webstuhl und ein altes Uhrwerk wurden mit dem Kran aus dem Depot im Dachgeschoss gehoben. „Das Dach wurde abgedeckt, es bekommt eine Aufdachdämmung“, erklärt Annekatrin Schulz, „dadurch sollen die Temperaturschwankungen im Depot abgemildert werden – das schont die eingelagerten Exponate.“

Hinter den abgehängten Schaufenstern im Erdgeschoss sieht es wüst aus: Unter Rücksichtnahme auf die historischen Gegebenheiten wurde das ehemalige „Pflegschloss“ entkernt. Im 18. und 19. Jahrhundert war hier das Gericht und danach eine Schule untergebracht. Zuletzt wurde das Erdgeschoss als Frisörsalon, Parfümerie und Popupladen genutzt. Wo Frisörkunden einen neuen Haarschnitt bekamen, steht jetzt ein Radlader, um Schutt und Schotter aus dem Gebäude zu schaufeln. „Der Zugang zum Museum wird über die Marktstraße erfolgen“, erklärt Annekatrin Schulz, die den Umbau des Heimatmuseums begleitet. Bei der Begehung skizziert sie die Raumaufteilung: Im Erdgeschoss wird eine Touristeninformation entstehen. Dort werden auch die Eintrittskarten fürs Museum verkauft. Außerdem soll ein Ladengeschäft einziehen. Im hinteren Teil des Gebäudes wird es einen Multifunktionsraum für Sonderausstellungen und Veranstaltungen geben. Der Raum kann auch angemietet werden. „Wir möchten, dass das Museum belebt ist und sich zur Straße hin öffnet“, erklärt Annekatrin Schulz das Konzept.

Wie vor dem Umbau wird im Obergeschoss die Dauerausstellung zu sehen sein. Auf den gut 360 Quadratmetern sind die Veränderungen noch nicht so augenfällig: Die alten Parkettböden sind zu ihrem Schutz abgeklebt, die Raumaufteilung bleibt bestehen. „Das Gebäude ist ein Einzeldenkmal“, so Annekatrin Schulz, „deshalb orientieren wir uns an den Gegebenheiten.“ Im hinteren Gebäudeteil sollen museumspädagogische Räume entstehen. Um den Sicherheitsauflagen zu entsprechen, wird dort auch ein zweites Treppenhaus eingebaut. 

Während der Bagger noch im Gebäude steht, arbeitet ein Fachbüro am inhaltlichen Feinkonzept der neuen Ausstellung. „Dieses Konzept ist die Grundlage für die Museumsgestalter“, erklärt Annekatrin Schulz den Arbeitsablauf. „Die Gestalter planen die Innenräume sowie Grafik, Medien und Beleuchtung und setzen die Präsentation der Ausstellungsinhalte um.“ Mit dem Aufbau der Dauerausstellung soll im Frühjahr 2022 begonnen werden. „Wenn alles nach Plan läuft, werden wir im Herbst 2022 das Heimatmuseum eröffnen“, sagt Annekatrin Schulz mit strahlenden Augen.

Exponate aus Nantwein gesucht

Für das Heimatmuseum der Stadt Wolfratshausen ist Annekatrin Schulz auf der Suche nach interessanten Objekten und Fotografien, die die Geschichte des Ortsteils Nantwein abbilden.

Damit aus einem historischen Gegenstand ein interessantes Exponat wird, sollte es Hintergrundinformationen zum Objekt geben. Auch zum „Jenischen“ – einer alten Sprachvarietät, die in Nantwein gesprochen wurde – sucht das Museum Informationen.

Vielleicht spricht noch jemand Jenisch oder kennt jenische Begriffe? Fragen dazu beantwortet Ihnen Annekatrin Schulz unter der Rufnummer 08171/ 214 -124 oder per Mail heimatmuseum@wolfratshausen.de.

Eine weiteren Artikel zur Sanierung des Heimatmuseums finden Sie auf dem

Blog der Stadt Wolfratshausen

Das Heimatmuseum wird modernsiert

Das Heimatmuseum Wolfratshausen ist ein Haus der Erinnerungen. Schon als Grundschulkinder kamen wir hier her, um im Rahmen des Heimatkundeunterrichts die Geschichte der mysteriösen Burg im Bergwald zu erkunden. Aber auch das Gebäude selbst am Untermarkt 10 steckt voller Geschichte.
Das Gebäude war einst das alte Amtsgericht und wurde als "Pflegschloss" bezeichnet weil es Anfang des 18. Jahrhunderts von dem kurfürstlichen Pflegkommissar bewohnt wurde. Leider brannte das alte Amtsgericht Anfang 1800 vollständig ab, erlebte jedoch zwei Jahre später wieder seinen Aufbau. Erst 1977 wurde dieses Gebäude, das an der Ecke Bahnhofstraße/ Untermarkt steht, als Heimatmuseum eröffnet und bot den wertvollen Schätzen Platz, die zuvor im Rathaus ausgestellt wurden. 23 Jahre später wurde das Heimatmuseum renoviert, umgebaut und die Bestände katalogisiert.

Wolfratshausen geht mit der Zeit
Das Schöne an den Sammlungen des Heimatmuseums ist, dass diese Gegenstände eine Welt zeigen, die in vergangener Zeit tatsächlich existierten, genutzt und zum Leben der Menschen dazugehörten. In der ausgestellte Einrichtung des Geigerladens beispielsweise, in dem zwischen 1888 und 1998 Kolonialwaren verkauft wurden, steckt noch der Geist des damaligen Lebens: die Gerüche des Holzes, die bunten Verpackungen der Waren, die zum Kauf locken sollten, die alte Kasse, bei der man sich noch die aufspringende Schublade vorstellen kann und Frau Geiger die abgezählten Münzen einer Kundin darin sortierte.
Alle Gegenstände des Museums sind Zeugen einer bestimmten Zeit. Die Einrichtungsgegenstände des Kolonialwarenladens sind nur einige Beispiele von vielen: Da sind unter anderem noch die Werkzeuge und Zeugnisse der Flößer, die Ausstellungsstücke des geschichtsträchtigen Vereinswesens in Wolfratshausen, die Geschichte zu der Burg in Wolfratshausen, die im 18. Jahrhundert durch einen Blitzschlag zerstört wurde und vieles mehr.
Diese lebendige Geschichte Wolfratshausens wird mit einem Konzept, das im Dezember 2019 von einem Büro für Museumsberatung im Rahmen des Kulturausschusses vorgestellt wurde, modern zur Geltung gebracht werden. Auch digitale Medien werden Teil der historischen Erzählungen des Museums sein. Die Struktur hierfür bietet die Sanierung des Gebäudes im Untermarkt 10.

Das Grobkonzept für Wolfratshausens Geschichte
Neben der baulichen Sanierung, die u. a. den Umbau des Erdgeschosses, die Gewährleistung der Barrierefreiheit und die Integration einer Touristen-Information umfasst, stellte das Beratungsbüro Holz eine Konzept vor, das sich in unterschiedliche Ausstellungskapitel aufgliedert:

Beginnend mit dem ersten Kapitel, wird die knapp 1000-jährige Geschichte Wolfratshausens mithilfe eines Zeitstrahls skizziert. Die Karten, aber auch einzelne Exponate und Grafiken können diese Chronologie vorstellbar machen. In diesem Kontext sind auch digitale Medien eine gute Ergänzung, um die Daten zu erläutern.

Die Flößerei hat in unserer Stadt eine sehr lange Tradition. Auch heute noch wird das Handwerk als Touristenattraktion praktiziert. Ursprünglich war das knapp 700 Jahre alte Traditionshandwerk für die Spedition und den Handel nötig. Es gab Hauptzollstellen an Loisach und Isar. Diese geschichtsträchtige Besonderheit Wolfratshausens wird einen Platz als eigenes Ausstellungskapitel in dem neuen Museum finden. Das Thema bietet hervorragende Möglichkeiten der medialen Vermittlung: So könnte Floßmeister Sebastian Goldhofers (geb. 1847) an einer "Hörstation" spannende Geschichten über seine Abenteuer erzählen und als Figur wieder lebendig werden.

Auch das Gewerbe wird im Museum seinen Platz bekommen: Wussten Sie, dass eine bekannte Saft-Marke aus Wolfratshausen stammt? Aber auch der bereits oben erwähnte Geigerladen, die Glashütte, die nun als Gastronomie genutzt wird, eine Brennerei und weitere spannende Gewerbe prägen die Geschichte Wolfratshausens.
Welche Persönlichkeiten, welche Biografien und welche Vereine machten die Wolfratshauser Gemeinschaft damals zum Teil des städtischen Lebens? Antwort darauf geben die möblierten Kabinette wie das bürgerliche Wohnzimmer. Aber auch die heutigen Wolfratshauser Gesichter können in diesem Ausstellungskapitel der Lebenswelten ihren Platz finden.

Kennen Sie die Legende des Pilgers Nantovinus, der als Wolfratshauser Heiliger und Märtyrer verehrt wird und nach dem sowohl der Wolfratshauser Ortsteil Nantwein als auch die dortige Kirche St. Nantovinus benannt wurden? Auch seine Geschichte wird eines der zahlreichen Themen des fünften Kapitels zur Religiosität in Wolfratshausen sein.

Sommerfrische, Bohème und Winterfrische in Wolfratshausen. Der bekannte Literat Rainer Maria Rilke besaß einen Sommersitz am Bergwald. Zudem war und ist die Stadt - wohl dank der damaligen Isartalbahn - ein beliebtes Ausflugsziel. Diese Besonderheiten der Stadt Wolfratshausen sollen ebenfalls einen eigenen Platz in dem Museum bekommen.
Neben Rilke gab es auch in der Künstlerszene bedeutende Wolfratshauser Maler, wie zum Beispiel Felix Bockhorni (1801-1878), Richard Wagner (1878-1947) und Hermann Neuhaus (1863-1941). Die Gemälde dieser Künstler gehören ebenso zur Kultur der Stadt und werden auch in dem modernisierten Heimatmuseum zur Geltung gebracht. Aber auch gegenwärtige Künstler, wie die allseits beliebten Figuren „Hubert und (ohne) Staller“, kommen in der neuen Konzeption vor.

Gute Ideen werden gewissenhaft geplant
Wie plant man dieses Vorhaben? Nach dem Motto „Vom Allgemeinen zum Speziellen“, wird ein Feinkonzept erarbeitet und Fördermittel angefragt. Anschließend kann das Projekt ausgeschrieben werden und Ausstellungsgestalter hierfür ausgewählt werden. Danach folgt eine Entwurfsplanung - das Museum nimmt Form an.

Läuft alles nach Plan, wird Wolfratshausen im Herbst 2022 die Eröffnung des neuen Heimatmuseums feiern können.

Heimatmuseum Wolfratshausen
Untermarkt 10
82515 Wolfratshausen

 

Kontakt:
Annekatrin Schulz
Tel.: 08171/214-124
Mail: heimatmuseum@wolfratshausen.de

 

Das Heimatmuseum steht derzeit aufgrund

der Sanierungsarbeiten leer und ist geschlossen.